September 29, 2006

Sehnsucht nach der Großstadt

Erstmal möchte ich mich entschuldigen, weil ihr schon so lange nichts mehr von mir gehört habt. Ich war am letzten Wochenende in Cleveland und habe die Woche vorher versucht so viel wie möglich Arbeit für die Universität zu erledingen. Außerdem hatte ich eine ziemlich wichtige Präsentation in einem meiner Kurse. Aber genug der Ausreden. Jetzt habe ich mich ja mal wieder hingesetzt um euch zu schreiben.

Wie schon gesagt, ich war am letzten Wochenende von Freitag bis Sonntag in Cleveland, Ohio. Ich habe dort Jake besucht. Wir kennen uns noch aus der High School aus Beaverton. Er geht dort jetzt zur Uni und macht seinen Doktor in Zahnmedizin. Alle seine Freunde sind somit auch Zahnmedizinstudenten, aber trotz der gruseligen Vorstellung, dass diese Leute gerne anderen Menschen im Mund rumfummeln, sind die alle sehr nett gewesen. Auf dem Foto oben links seht ihr Jake und seine Freundin Pamela (natürlich auch zukünftige Zahnärztin). Cleveland liegt direkt am Eriesee und ist etwa so groß wie Detroit. Ebenso wie Detroit ist Cleveland hauptsächlich eine Industriestadt, in der Kräne und leerstehende Lagerhallen zum Stadtbild gehören. Trotzdem habe ich mich schon seit langen nicht mehr so gefreut, eine Großstadt zu sehen.

Große Straßen mit viel Verkehr, viele Leute...ich muß schon zugeben, das hat mir sehr gefehlt. Bloomington ist zwar echt süß, aber süß ist mir eben nicht immer genug. Mir fehlt der Stress, der Lärm, die Luftverschmutzung...

Deswegen haben wir das Wochenende auch genutzt, um so viel wie möglich zu erkunden. Am Freitag bin ich gegen 5 angekommen und Jake hat mich am Bahnhof abgeholt. Danach sind wir mit der Zahnarztcrew zu einem schicken mexikanischen Restaurant gefahren und haben lecker gegessen und Margaritas getrunken. Anschließend sind wir noch bis um 2 was trinken gegangen. Am Samstag gings dann weiter mit Sushi essen, der Rock' n Roll Hall of Fame (das größte Musikmuseum in den USA) und Downtown anschauen. Abends sind wir dann in eine Wokbar gegangen und anschließend waren wir auf einer Home Party mit Trinkspielchen. Zum Abschluss des Abends hieß es dann mal wieder "let's go to the bars". Man geht hier nämlich nicht wirklich in Clubs, sondern feiert in Bars. Ist nicht ganz so mein Geschmack, weil die Bars meistens voll von amerikanischen Studenten ist, die gerade mal alt genug sind öffentlich zu trinken und das in vollen Zügen ausnutzen.

Am Sonntag musste ich dann leider schon um 9.00 Uhr am Busbahnhof sein. Lasst euch sagen, wenn ihr mal ein anderes Amerika sehen wollt und eine aufregende Urlaubserfahrung braucht, fahrt mit dem Greyhound. Die Vorteile sind offensichtlich, es ist unglaublich günstig. Da aber jeder halbwegs normale Amerikaner ein Auto besitzt, ist das Greyhound Publikum schon sehr speziell. Bis jetzt wurde ich aber weder überfallen, noch blöd angemacht. Das ein oder andere mal bin ich zwar schon nervös geworden, aber naja, was soll einem in einem Bus voller Leute schon passieren. Man braucht nur die richtige Strategie, also lasst euch aus Erfahrung sagen: Wenn der Bus voll aussieht, sucht euch eine alte Frau oder ein junges Mädchen als Platznachbarn aus.

September 24, 2006

Von Fussball, Murga und Verkehrstoten

Nach ca. einem Monat haben wir inzwischen auch einen Ball in der Pension. Kaum vorstellbar, aber bisher hat es hier keinen gegeben. Am Samstagmorgen hat ihn Flaco fuer 50 Peso gekauft. Nachmittags haben wir auch dann gleich im Park gespielt. Das Talent reicht von unglaublich bis eher unterdurchschnittlich. Aber der Einsatz ist bei allen da. Es wird insgesamt sehr hart gespielt. Abends hat dann Marcello, der mit Abstand der schlechteste ist, seine Wunden gezeigt. Erst am naechsten Tag habe ich gesehen, dass er auch ein Veilchen hatte.
Am Sonntagabend haben wir zu viert noch auf dem Plaza Moreno gespielt (Naça, Sefé, Flaco y yo). Der Platz hatte mir eigentlich nicht sehr gut gefallen. Auf den ersten Blick wirkt er sehr kalt, weil er nur aus Beton besteht.Inzwischen habe ich aber gemerkt, dass der Platz nicht nur geografisch das Herz der Stadt ist. Am Sonntagnachmittag habe ich dort auf einer Bank meine Texte fuer die Uni gelesen. Bei herrlichstem Fruehlingswetter waren da Himmel und Hoelle unterwegs. Andres habe ich dort auch noch getroffen.
Er hatte sich mit einer Murga verabredet. Diese Murga hat dann eine Stunde lang dort Musik gemacht und dazu getanzt.

Der Junge in schwarz ist uebrigens der Andrés,... voellig im Trance.

Murga heisst laut meinem Woerterbuch „schlechte und nervige Musikgruppe“. Andres hingegen erklaerte mir, dass die Murga eine traditionelle Art ist zu musizieren und zu tanzen. Alles in Allem wirkte es sehr froehlich und aehnelt ein wenig dem Capoeira. Auf jeden Fall war das mal wieder ein Beispiel fuer das etwas intensivere Verhaeltnis zur Musik.

Am Freitag war ich auf einem Reggaefestival und konnte somit auch gleich die Gelegenheit nutzen um einmal mit dem Collectivo (Bus) fahren zu koennen. Ich denke, dass ich in Zukunft trotzdem eher laufen werde, Busfahren ist naemlich nicht sehr spassig hier, geschweige denn bequem.

Ueberhaupt, fahren die Leute hier wie die Bescheuerten. Die Stadt ist eigentlich absolut ungefaehrlich, wenn man von dem Verkehr absieht. Wir Deutschen haben hier eine Professorin fuer Deutsch kennengelernt und sie sagte uns: In Argentinien muesse man drei Dinge wissen, damit man sich unterhalten koenne. Erstens: Welcher Fussballer (Argentinier natuerlich) spielt gerade wo und wie hat er gespielt. Zweitens: Wieviele Unfalltote haette es am Tag zuvor gegeben und abschliessend wie das Wetter werden wuerde, zumindest fuer die naechsten drei Tage- also: Sorin ist jetzt in Hamburg, Tevez und Mascherano bei Westham, Riquelme spielt nicht mehr in der Nationalmannschaft. Mindestens 30, so wie die hier fahren. Und tagsueber schoen und sonnig und warm, dafuer Nachts arschkalt….Buenas Noches.

Die Kathedrale am Plaza Moreno


Genau im Herzen der Stadt steht die riesige Kathedrale von La Plata. Sie steht auf dem Plaza Moreno, der sich genau in der Mitte der Stadt befindet.
Der Platz, auf dem sie steht wirkt zwar etwas kalt, weil er bis auf die Parkanlagen komplett einbetoniert ist. Dennoch ist die Kirche das absolute Prunkstueck der Stadt.
Das weisse Haus gegenueber der Kathedrale gehoert zur Regierung der Provinz von Buenos Aires. Auf dem Platz sieht man auch ein paar Chicos Fussballspielen. Manchmal bolze ich da auch mit.
Meine Pension liegt hinter dem Plaza Moreno und meine Uni davor (wenn man vom Strassensystem ausgeht: Uni 7.; Plaza 12.-14.; Casa 22). Also muss ich jeden Tag an diesem Platz vorbeigehen.

Mir persoenlich gefaellt die Kathedrale sehr. Wenn ich von meiner Pension loslaufe, habe ich sie immer im Blick. Eingerahmt wird sie rechts und links von den beiden Avenidas der 51 und 53, deren Baeume jetzt im Fruehling langsam anfangen zu bluehen.



Es gibt auch ein Museum innerhalb der Kathedrale und man kann mit einem Fahrstuhl einen der beiden Tuerme hochfahren. Zusammen mit Diego habe ich mir das natuerlich angeschaut. Das Museum hat mich jetzt nicht gerade umgehauen, aber dafuer ist die Aussicht von oben umso beeindruckender.



Nachts wird die Kathedrale dann auch noch ein klein wenig angestrahlt und ist wirklich wunderschoen.

September 19, 2006

Es wird Fruehling in der Pampa

Fuer alle die sich schon Sorgen machen, ob ich noch am Leben bin, sei gesagt, dass es mir gut geht. Ich kann nur im Moment keine Photos auf den Blog stellen, warum weiss ich leider nicht, es geht halt nicht. Deshalb habe ich auch so lange nichts von mir hoeren lassen...
Wie schon gesagt, geht es mir gut. Dass Wetter wird langsam immer waermer und ich kann mir inzwischen auch vorstellen, was hier im Sommer los sein wird. Die Leute haben gesagt, dass es hier dann immer so um die 40 Grad heiss sein wird, aber dabei sehr feucht und schwuel.
Meine Wochenenden, zumindest Freitags und Samstags, verbringe ich meistens mit den deutschen Maedchen (an dieser Stelle sollte ein Photo zu sehen sein).
Als Botschafter Deutschlands betreiben wir hier auch einen Stammtisch. Dort treffen wir uns dann einmal in der Woche mit Eingeborenen, die gerne die deutsche Sprache erlernen wollen. Inzwischen gibt es drei Gruppen. Einmal eine Gruppe die relativ zeitig kommt und auch zeitig wieder geht. Sie besteht aus drei Personen, einer Frau die sehr gut Deutsch spricht und einem Kolumbianer und einer Studententin die fast gar nichts auf Deutsch sagen koennen. Die zweite Gruppe besteht aus vier Jungs, die sehr trinkfreudig und nett sind. Allesamt Studententen der Ingenieurswissenschaften (ich hoffe, dass es auch so richtig heisst). Sie lernen erst seit drei Monaten Deutsch sprechen dafuer aber schon sehr gut. Sie beherrschen Saetze wie: "Wo ist meine Kreditkarte Gerda?", oder auch:" Uwe, wo ist das Unfallopfer?". Sie lernen Deutsch, damit sie eventuell ein Stipendium erhalten, um damit in Deutschland studieren zu koennen. Mit den Jungs treffen wir uns auch privat, bzw. sind sie am Wochenende meistens mit dabei. Die dritte Gruppe ist neu, sie hat Sandra mitgebracht. Einer war Skilehrer in Oesterreich, einer ist Anwalt und spricht fast nur Englisch und ein dritter mit dem ich noch nichts zu tun hatte, ueber den ich somit auch nichts sagen kann. Alles in Allem ist das eine sehr nette Runde. Vor allem lernt man in dieser Runde das etwas informelle Castellano.
Am Donnerstag habe ich aber den Stammtisch geschwaenzt und habe stattdessen bei einem der Jungs Boca geschaut. Santiago hatte mich gefragt, ob ich nicht das Rueckspiel des Re-Copa bei ihm sehen moechte, da es in der Kneipe in der wir uns treffen nicht gezeigt werden wuerde.
Der Re-Copa ist uebrigens ein Spiel zwischen dem Sieger des Copa-America (ungefaehr wie der UEFA-Cup) und dem Copa Libertadores (Championsleague).
Boca hat den Re-Copa gewonnen und ist nun die beste Mannschaft der ganzen Welt. Ich gehe mal davon aus, dass in Deutschland nicht viel davon zu hoeren war, aber Boca hat jetzt nun 16 internationale Titel gewonnen und steht somit vor Real Madrid und AC Milan.
Fussball spiele ich hier auch inzwischen regelmaessig. Jeden Tag um Sieben Uhr trifft sich eine Meute Jungs auf dem Plaza Moreno (auch hierfuer war eigentlich einPhoto vorgesehen) um dann dort ein bisschen zu bolzen (oder zu motzen, wie in Halle gesagt wird). Wenn ich Zeit und Lust habe gehe ich dann dort mit "Andrés der weissen Kobra" dorthin.(Ich weiss nicht ob den Leuten noch ein gewisser Wanchope bekannt ist. Der hatte zwei Tore beim Spiel Costa Rica gg. Deutschland geschossen.Der spielt inzwischen in Argentinien und heisst hier "Cobra Negra".) Die Jungs dort sind natuerlich alle brillant am Ball. Mal schauen ob ich mir den einen oder anderen Trick abschauen kann, ohne mir dabei die Hacken zu brechen...

September 12, 2006

Smoovie Nights


Sobald ihr die Fotos seht, werdet ihr euch bestimmt Sorgen machen, dass ich wieder so ende, wie beim letzten Mal...mit 15 Kilo mehr. Naja, ich geb mir allergrößte Mühe mich halbwegs gesund und vernünftig zu ernähren, aber leider ist 1. gesundes Essen hier sehr teuer (eine Gurke kostet 2 Dollar) und 2. dreht sich leider auch fast alles um Essen. Keine Veranstaltung ohne das es nicht irgendeinen Snack gibt.

Die Fotos zur Linken stammen zum Beispiel vom letzten Freitag. Da war ich bei einer Freundin zum Essen eingeladen. Ihr Name ist Katherine, sie ist 21, aus Indianapolis und hat ein Jahr in Chile studiert. Da sie weiß, wie es ist, allein ins Ausland zu gehen, hat sie mich zum Essen mit ihren Freundinnen eingeladen und hat für uns Chilenisch gekocht. Es war sehr lustig und auch sehr lecker. Wie man sieht gab es gefülltes Gemüse und selbstgemachte Guacamole sowie Tomatensalat.

Am Samstag war ich dann bei Vera eingeladen und wir haben mit den anderen deutschen Autauschstudenten eine Smoothie-Movie Night (kurz Smoovie Night) veranstaltet. Für alle, die mit den amerikanischen Lebensmittelbezeichnungen nicht so vertraut sind: ein Smoothie ist ein Getränk, das im Mixer gemischt wurde, meist mit Obst, Eis, Milch usw.

Die Fotos kann ich jetzt gleich mal zum Anlass nehmen euch die anderen vorzustellen.

Hier zum Beispiel bei einem Graduate Picknick (ja, schon wieder essen-meistens auch kostenlos) von rechts nach links:

Vera (DAADStipendium, Berlin, Psychologie), Lisa (FU, Gender Studies, Severin (Bayreuth, BWL) und Sonja (FU, Politik)

Auf dem Foto oben links oben könnt ihr unser Auswahl an gesunden und weniger gesunden Zutaten bewundern. Ich hab einen Wassermelone Erdbeer Banane Minze Smoothie und einen mit ButterPecan Eis und Twix Smoothie gezaubert. Sehr lecker. Außerdem hat Veras koreanische Mitbewohnerin für uns gekocht. Eine mit Reiskuchen und Fisch in Sauce und mit Käse überbackene Pfanne names Dduk-Bbok-e. Bin ja mal gespannt, wer das aussprechen kann. Ich hab schon für ihren Namen 5 Minuten gebraucht. Auf dem Foto links unten seht ihr dann nochmal Sonja, Andreas (auch FU, Politik), Sonja und Vera auf der Couch beim Fernsehschauen. Das koreanische Gericht ist übrigens in der Pfanne neben den Pringles...Ja, wir schreiben den amerikanischen Melting Pot-Gedanken hier ganz groß und wenn es auch nur beim Esssen anfängt.

September 07, 2006

Die Latinos und die Novelas


Die Herzen der Argentiner tragen momentan schwere Trauer. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Deutschland bei der Fussball WM, scheiterten nun auch die Basketballspieler um ihren Superstar Manu Ginobili im Halbfinale gegen Spanien, dem spaeteren Champion der WM in Japan. Die taeglich erscheinende Sportzeitung Olé hatte im Vorfeld sogar von der besten Mannschaft des Jahrhunderts gesprochen (...aber Superlative werden hier schnell mal verwendet).
Doch damit nicht genug: Im "Freundschaftsspiel" gegen Brasilien im Stadion von Arsenal London, gab es eine boese 0:3 Pleite gegen den verhassten gelben Nachbarn. Der Brasilianische Nationaltrainer Carlos Dunga hatte in einem Interview gesagt, dass es keine Freundschaftsspiele gegen Argentinien gaebe, eben weil es auch keine Freundschaft gibt.
So freuen sich mal wieder die Anderen und der Gaucho weint still vor sich hin und beschimpft sich selbst als Huehnchen, weil er es eben nicht schafft, mal wieder was Grosses zu gewinnen.
Trost und triviale Abwechslung findet er jedoch dreimal in der Woche, naemlich immer Montags, Dienstags und Donnerstags um 22.30 Uhr. Dann bleibt hier die Zeit stehen und mindestens Halb Argeninien sitzt vor dem Fernseher und schaut Montecristo. Es ist nicht oft der Fall, dass alle Chicos in der Pension zusammen anzutreffen sind. Die Chancen stehen aber gut, dass es um 22.30 Uhr, an einem dieser drei Tage sein koennte. Dabei kochen die Emotionen hoch und wahllos werden die Schauspieler als Putos oder Putas beschimpft (entspricht ungefaehr Schwuchteln und Nutten). Hin und wieder eskaliert die Stimmung sogar und eventuell gehen auch Geschirr und Einrichtungsgegenstaende kaputt. Graciela hatte schon einmal angedroht den Fernseher jeweils eine viertel Stunde vor Montecristo abzustellen, damit es in Zukunfte keine Tumulte mehr gebe- natuerlich mit einem Laecheln, schliesslich findet sie es ja auch ein wenig amuesant, dass ihre Jungs so auf eine Novela stehen.
Zur Story kann ich persoenlich nicht viel sagen. Alles was ich weiss ist, dass es jede Menge Dramatik gibt. Eben in jeder Folge einen Toten, einen Ehebruch, einen fiesen Plan und einen strahlenden Helden, der aber natuelich auch weinen kann und dieses auch gerne tut.
Ich weiss von den anderen Hallenserinnen, die auch in einer Pension wohnen, dass es bei den Frauen auch nicht viel emotionsloser zu geht. Aber dann eher auf Frauenart, mit Traenen und Schwaermereien fuer Montecristo.
Jedes Land in Lateinamerika scheint seine eigene Novelas zu haben. Ich habe mir sagen lassen, dass die besten wohl aus Brasilien kommen wuerden.
Das Ende einer jeden Novela wird wohl immer gleich seicht sein, auch wenn unzaehlige Leichen und gebrochene Liebesschwure den Weg pflastern. Gott sei Dank gehen sie immer gut aus und man kann beruhigt einschlafen.

Apropos einschlafen, meine WG hat Zuwachs bekommen. Der Zuwachs heisst Umberto, oder auch José oder auch Pepe, aber eigentlich heisst er fuer alle Pepito, obwohl er das nicht mag. Umberto kommt aus Mexiko und studiert Wirtschaft an der UNLP. Somit wohnen wir jetzt zu dritt in unserem Dormiotorio. Pepito (links), Flaco (rechts) und der Mati.

Wenn Anja hier schon anfaengt mit Chili-Baumen, da muss ich natuerlich zurueckschlagen, und zwar mit...Apfelsinenbaeumen, aber in freier Wildbahn. Sie sollen aber nicht schmecken, kein Wunder bei den ganzen Abgasen hier, aber mehr dazu vielleicht ein anderes Mal.

September 02, 2006

The Hoosier Hump and other things about Bloomington

Nachdem ich jetzt fast einen Monat hier bin, werde ich versuchen mal ein paar Zeilen über Bloomington und Indiana zu schreiben, zumindestens von dem Standpunkt aus, von dem ich die Dinge bis jetzt beurteilen kann. Indiana liegt fast Mitten im Herzen der USA, die Region nennt sich hier auch schon the "Middle West", obwohl das wohl eher noch aus den Besiedlungszeiten stammt. Grundsätzlich ist der Bundesstaat eher konservativ und ländlich. Man nennt Indiana auch die "Hoosier Hump" (Hoosier-Bezeichnung für die "Indianaer", Hump -Huckel), weil, wenn man die USA auf der Landkarte in Norden und Süden einteilt, Indiana eigentlich zum Norden gezählt werden müsste, aber eben politisch und kulturell doch eher zum Süden gehört. Es gibt eine Reihe von Unterschieden zwischen Nord-und Südstaate, so wie in Deutschland eben auch, und ich bin mal gespannt, ob ich in den kommenden Monaten noch genauer erkunden kann, welche das sind. Schließlich bin ich als Michigan-Fan ja wohl eher auf der Yankee-Seite!

Bloomington bildet aber eine Art Enklave in dem koservativen Umfeld, erinnert manchmal ein bisschen an alternative Gemeinden mit starkem 60er Einfluss. Hauptsächlich durch die Universität hat sich hier in der Umgebung viel Kunst, Kulturelles und Politisches entwickelt. Heute war ich zum Beispiel erst auf dem Farmers Markt und hab mir eine Chili-Pflanze gekauft, dann auf dem Arts Festival, wo lokale Künstler ihr Werke verkaufen und dann mexikanisch essen. Bloomington hat eines wenn nicht das größte Angebot an ethnischem Essen hier im Mittlerem Westen, es gibt bestimmt 50 verschiedene Restaurants -alles von italienisch (siehe Foto) bis tibetanisch (ich hatte schon erzählt, dass der Bruder vom Daleilalama hier sein Restaurant hat?). Veganes und biologisch angebautes Essen gibt es hier an jeder Ecke. Außerdem ist die lokale Community sehr aktiv, politisch sowie kulturell und da die Musikschule die beste in ganz USA ist, gibt es eine Oper, Ballett, Konzerte, Musicals usw. Der wohl angeblich bekannte Jazzsänger Hoagy Carmichael wurde hier in den 30er geboren, so dass es auch einige Bars gibt, die sehr viel Jazz spielen. Mein jetziger Favorit ist Djangos (siehe Foto).

Das einzige Problem ist, dass man hier wirklich nicht tanzen oder feiern gehen kann. Die amerikanischen Collegekids erfüllen einfach jedes Klischee und ich hoffe noch darauf hier mal ein paar Leute kennenzulernen, die auch ein zwei Bier trinken können ohne danach den Lautstärkepegel ins Unermessliche zu steigern. Gerade die Frauen, die hier sowieso in einer viel zu hohen Stimmlage sprechen, sind dann nicht mehr auszuhalten. Letzte Woche musste ich eine Bar mit Kopfschmerzen verlassen. Schön ist nur, dass hier alles so gegen 9 anfängt, nichts mit bis um 3 Uhr nachts warten, so dass ich zumindest zeitig im Bett war.

In den nächsten Wochen werde ich also hoffentlich noch ein bisschen Zeit damit zubringen, mir Bloomington und Umgebung anzuschauen. Auf der Liste stehen: Kunstmuseum, historisches Haus, Friedhof (dort liegt die Pilgerstätte für den Jazzsänger) und Theater und Oper. Außerdem wurde mir immer wieder gesagt, dass der Herbst hier die
schönste Jahreszeit ist und dass Besucher aus ganz Amerika hier in den Brown Countie (das ist die Region kommen), um die Parks hier zu besuchen. Es soll hier eine Reihe an Kleinstädten geben, die sehr viel Handwerk und Kunst betreiben und im Herbst mit der roten Blätterfarbe soll das wohl sehr schön sein. Na mal schauen. Ich hoffe, ich kann bald mal Fotos davon machen.


August 31, 2006

Eine weitere Woche (wie das wohl auf spanisch heisst?)

Eine weitere Woche ist vergangen und ich kann sagen, dass ich mich inzwischen schon ganz gut eingelebt habe. Die Uni hat auch schon angefangen. Ich habe insgesamt drei Faecher: Soziologie der Erziehung, Física Aplicada (ist ein Misch aus Biomechanik, Trainingswissenschaft und Praktischer Feldforschung) und Teoria de la Educación Física 4. Diese Faecher beinhalten jeweils Vorlesungen und Seminare. Es faellt mir noch sehr schwer dem Stoff zu folgen, manchmal kommt mir alles ein wenig Spanisch vor (mindestens einmal musste der ja kommen...).
Am Wochenende bin ich dann auch das erste Mal richtig weg gewesen. Graciela, meine Vermieterin hatte uns Jungs gefragt, ob wir nicht zu einem Konzert gehen wollten, bei welchem sie auch auftreten wuerde. Der Diego und ich haben zugesagt und sind hingegangen. Dort sind dann zunaechst 7 Solisten aufgetreten und haben zeitgenoessische argentinische Popmusik zum Besten gegeben. Abschliessend hat noch der Chor, der aus 30 Leuten bestand gesungen und ebenfalls Gauchofolklore vorgetragen. Es war wirklich sehr beeindruckend gewesen. Man muss ueberhaupt sagen, dass Musik hier einen weitaus hoeheren Stellenwert besitzt als bei uns in Deutschland. Allein in meiner Pension spielen 3 Mann richtig gut Gitarre. Es ist dann so ueblich, dass alle zusammen sitzen und ein paar Lieder singen. Fuer mich ist es aber nicht einfach die verschieden Unterarten der Folklore auseinander zu halten. Da gibt es natuerlich den Tango, der aber eigentlich nicht so richtig zur Folklore gehoert. Dann gibt es noch Chakakera, Chandome und Yamamé.
Auf dem ersten Foto ist uebrigens der Diego zu sehen. Er ist, wie man gut erkennen kann, nicht klein und dick, sondern eher gross und schlank. Er studiert hier in La Plata Schauspiel. Auf dem zweiten Foto ist der heilige Martin zu sehen. Diese Statue steht natuerlich auf dem Plaza de San Martín, einer der schoensten Plaetze hier. Wenn die Sonne scheint, sitzen dort ueberall Studenten herum, die wie in Deutschland auch, scheinbar niemals was zu tun haben. Die anderen beiden Fotos sind aus meiner Fakultaet. Wie schon erwaehnt, ist alles mit Plakaten vollgehaengt. Politisch ist im Moment natuerlich die Gesundheit von Fidel ein wichtiges Thema. Darueberhinaus will Argentinien in Zukunft auch Atomenergie haben und natuerlich ist immer was zum Thema Israel und USA zu lesen. Insgesamt ist die Stimmung gegen beide sehr feindselig. Was man ja zumindestens bei den USA sich ja schon im Vorfeld hatte denken koennen.
Dann gibt es noch was aus dem Sport zu berichten. Am Wochenende hat Boca gegen den Lokalrivalen San Lorenzo sensationell mit 7:1 gewonnen. Bei Boca ist es so wie bei den Bayern auch: entweder man liebt sie oder man hasst sie. Mein Cumpañero Flaco kommt aus Avellanade, dort spielt Racing, eine weitere MAnnschaft der 5 Grandes in Argentinien (noch River, Indepediente und eben auch San Lorenzo). Flaco hat sich so ueber das Spiel gefreut, dass ich ihm auch gleich am naechsten Tag ein Poster von Martin Palermo, dem dreifachen Torschuetzen gekauft habe. Er hat damit gedroht das Bild zu verbrennen, wenn ich es wagen sollte es im Zimmer aufzuhaengen....

August 25, 2006

Mein neues Zuhause (Was das wohl auf chinesisch heißt?)



Das Haus, in dem ich jetzt wohne, ist ein bisschen außerhalb gelegen (Kreuz auf der Karte), gehört aber zu einem schönen Appartmentkomplex. Die beiden haben alle möglichen Einrichtungsgegenstände inklusive Waschmaschine, Trockner und sogar ein Auto, so dass ich mich nur um meinen Kram kümmern musste. Ich zahle inclusive Nebenkosten auch nicht mal 400 Dollar, was ziemlich gut ist, für die Größe des Hauses. Wie schon gesagt, haben meine beiden Mitbewohner auch fast alle Einrichtungsgegenstände mitgebracht. Witzig ist nur, dass wir kein Besteck haben, da sogar Eis und Kuchen mit Stäbchen gegessen werden!


Momentan verbringe ich leider noch ziemlich viel Zeit mit Organisationskram (Konto, ID, Bibliothek, Versicherung, Stipendium, Steuern…). Die ganze letzte Woche hatten wir International Orientation mit vielen Infoveranstaltungen und kostenlosem Essen. Nächste Woche geht es dann an den Departments weiter mit solchen spannende Dingen Bibliotheksführung und Stundenplan basteln. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich so langsam alles auf die Reihe kriege und anfangen kann Bloomington und sein riesiges kulturelles Angebot zu erkunden. Der Campus ist wirklich schön und langsam beginne ich auch zu verstehen für was man hier so viel bezahlt. Es gibt echt kein Problem, was hier nicht gelöst wird, zwar meist per Email, aber garantiert immer mit einem Lächeln. Das lässt hoffen, dass ich hier viel Positives erleben kann. Ich hoffe also, dass ihr schon gespannt auf meinen nächsten Bericht wartet und mir bis dahin meine Heimat Halle und meine Wahlheimat Berlin grüsst. Nächste Woche geht die Uni los, mal sehen wie das so wird.


Angekommen in Bloomington



Jaja, ich weiß...ich hab schon ne Weile nichts von mir hören lassen, dafür stelle ich jetzt aber gleich zwei Posts ein. Habe jetzt endlich Internet zu hause!
Also, los gehts:
Und wieder bin ich in den USA in einem Ort, der sich B-Town abkürzt -- bin gespannt wie viele es davon wohl noch gibt -- aber auch wie in Beaverton bin ich wieder in einem kleinen amerikanischen Städtchen gelandet. Bloomington, Indiana, hat zwar ca. 60000 Einwohner und 40000 Studenten, das Leben hier dreht sich aber um den Campus, der das Zentrum der Stadt bildet (siehe roter Bereich auf der Karte).
Unterhalb davon befindet sich der downtown Bereich mit den Geschäften und Restaurants. Von einer Seite des Campus zur anderen braucht man selbst in der Diagonalen nicht mehr als eine halbe Stunde zu Fuss. Für uns Berliner erschloss sich also sehr schnell, was wesentlich ist.

Mit "uns Berliner" meine ich mich und die anderen vier FUler, die mit mir hier sind (Andreas, Lisa, Sonja und Vera, Foto kommt bald). Es ist echt ziemlich angenehm hier am Anfang nicht ganz alleine zu sein. Jeder kämpft zwar trotzdem für sich allein, aber am Abend kann man dann wenigstens in der Gruppe bei Bier und Wein darüber redden. Trotz aller Überschaubarkeit und Gesellschaft waren die ersten paar Tage aber sehr anstrengend. Irgendwie hat nichts geklappt. Meine Visakarte ging nicht, das Telefonieren mit meinem Handy ist sehr teuer, ich hab den Schlüssel zu meinem Koffer verloren, ich durfte nur 2 Tage in der temporären Unterkunft bleiben und sollte am Samstag umziehen, um dann zu erfahren, dass ich bis Mittwoch warten muss, eine Matratze hier kostet ca. 300 Dollar und dann hatte ich ein Bett, aber niemander der es transportiert…und so weiter. Doch dank der sehr hilfsbereiten Leute hier haben sich dann doch die meisten Problemchen lösen lassen und jetzt sitze ich in meinem Zimmer auf meinem Bett (!) und schreibe euch. Am schlimmsten war, dass man hier so auf die Hilfe von anderen angewiesen ist und wenn die dann eben keine Lust und Zeit haben, steht man da. Das war für mich bisher das Schwierigste, denn in Berlin war ich die letzten drei Jahre unabhängig.

Doch wie gesagt, die Amerikaner sind total nett. Wenn man irgendwo rumsteht, kommt gleich jemand um den Weg zu erklären. Unter anderem haben mir auch meine beiden neuen Mitbewohner zum Beispiel sehr geholfen. Sie sind ein chinesisches Pärchen aus Shanghai und studieren aber schon seit vier Jahren hier am Biologiefachbereich. Zheng ist schon fertig und sucht gerade noch nach einem Job, das heißt wahrscheinlich dass er bald hier wegzieht, und dass ich dann hier mit Ke alleine wohnen werde - Frauenpower!

August 22, 2006

Eine Woche geschafft

Also, wie ich schon erwaehnt habe, wohne ich ich in einer kleinen Pension mit nun insgesamt 10 anderen Jungs zusammen. Vier von ihnen kommen aus Patagonien und studieren hier in La Plata. Einer, der Diego, kommt aus Corrientes, das ist weiter im Norden und studiert Schauspiel. Dann gibt es nur noch ein paar Platenser und meinen Compañero (Zimmerkollegen), den Facundo (oder auch Flaco), der ein echter Gaucho ist. Er kommt naemlich aus der Pamparegion um Buenos Aires, genauer gesagt aus Avellaneda.
Gestern, am Montag, haben wir hier in Argentinien den Tod vom heiligen Martin gefeiert. Der San Martín war ein General, der von Argentinien aus, die Spanier geschlagen hat, diese dann auch noch aus Santiago de Chile und Lima vertrieben hat, und dabei aber niemals Praesident geworden ist. Klingt nach einem feinen Kerl. Er ist uebrigens auch auf der 5 Pesobanknote abgebildet.
Ich habe den Tod vom Martín in echt argentinischer Tradition auf dem Fussballfeld gefeiert. Mit Andrés, dem Costa Ricaner, seinem Bruder Javier und ein paar seiner Freunde, haben wir den ersten Spieltag einer Hobbyliga absolviert. Auf einem riesigen Fussballfeld gab es dann sechs kleinere, auf denen dann neun gegen neun gespielt wurde. Im Hintergrund weideten Schafe, Kuehe und Pferde...
Na ja jedenfalls haben wir 3:1 verloren. Wir hatten eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Bis Andrés kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit ein Kopfballduell in ungefaehr 5 1/2 Metern Hoehe fuer sich entscheiden konnte. Er gewann zwar das Duell, verlor aber die Kontrolle und fiel so den ganzen weiten Weg, wieder auf die Erde zurueck. Dabei hat er sich uebel weh getan, sich ein wenig das Gesicht verbeult und sich die Schulter ausgekugelt. Leider konnte er nicht mehr weiter spielen. Damit fehlte uns unser kleiner Wanchope im Sturm. Nach diesem schwerwiegenden Ausfall, brachen wir vollstaendig ein und gaben das hart umkaempfte 0:0 aus der Hand. Andrés hingegen feierte den San Martín im Hospital San Martín de La Plata: welch' Ironie des Schicksals.
Ansonsten gibt es noch nicht viel neues. Heute hatte ich mal wieder Freizeit, da die Faecher erst in der naechsten Woche beginnen. Aber, ich habe heute noch ein paar Professoren kennengelernt. Einer von ihnen ist deutscher Abstammung und heisst Bertsch. Er hat mir auch gleich die Telefonnummer von seinem Sohn gegeben, weil der wohl deutsch sprechen koenne. Mal schauen, ob ich ihn anrufen werde.
So das wars dann erstmal von hier,
Hasta luego....

August 19, 2006

Angekommen in La Plata

Nach einem langen Flug bin ich La Plata gesund und munter angekommen. Die ersten beiden Naechte habe ich in einem Hotel verbracht und nun bin ich in eine Pension gezogen.Hier wohne ich mit zehn anderen Chicos zusammen. Diese Pension ist eine Mischung aus Jugendherberge und Internat. Es ist hier wohl auch ueblich, dass die Geschlechter getrennt werden. Von den zehn kommen neun aus Argentinien, stammen aber zum Teil aus verschiedenen Teilen des Landes. Der zehnte ist ein Costa Ricaner. (fehlt bloss noch ein Schwede, ein Pole, und ein Ecuadorianer und es wuerde maechtig rappeln…)
Andrés, der Costa Ricaner, ist der Koch in der Herberge. Noch bin ich nicht dazu gekommen seine Kuenste zu probieren, denke aber, dass es noch genuegend Moeglichkeiten geben wird.
Wohngemeinschaften, wie es sie in Deutschland gibt, sind hier scheinbar nicht ueblich, zumindest habe ich noch nichts derartiges gehoert.
Die Universitaet ist auf jeden Fall auch aeusserst interessant. Hier scheinen die Leute sehr viel politischer zu sein. So werden die aktuellen politischen Ereignisse mithilfe von riesigen, selbstgemalten Plakaten aufgezeigt und bewertet. Dadurch sieht die ganze Uni ein wenig chaotisch aus, hat aber dennoch auch Charme. Derzeitig ist auch hier der Krieg im Libanon ein grosses Thema.



Sich hier in Lap Plata zurecht zu finden, ist im ersten Moment sehr schwierig, denn die Stadt ist komplett auf dem Reisbrett entworfen worden. Es gibt hier ein strenges System der Strassen, die alle symetrisch zueinander und durchnummeriert sind. Daher braucht man auch keine Strassennamen, sondern nur Nummern. Von dieser Karte aus gesehen, in der oberen rechten Ecke, beginnt das System mit der Avenida 1. An der linken oberen Ecke ist dann die Avenida 31 und links unten die Avenida 72. Wichtig sind dabei aber dann vor allem die Diagonalen, diese verbinden naemlich alle Strassen miteinander.Wenn man das System ersteinmal verinnerlicht hat, ist es wirklich sehr angenehm, weil man sich einfach nicht verlaufen kann. Die Adresse meiner Pension zum Beispiel lautet: Calle 59 Numero 1385 entre 22 y 23. Uebersetzt bedeutet das: Strasse 59, Hausnummer 1385 zwischen der 22. und 23. Strasse.
So das wars dann erstmal von hier hier. Ich sitze gerade in einem Internetcafé in der 45. Strasse (e 12 y 13). Ich gehe jetzt einfach 14 Strassen nach links und dann noch zehn nach oben und schon bin ich da....

Mai 31, 2006

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Aufgrund der großen Nachfrage, hat die matthiasundanja- Kommission festgelegt: Die Freunde und Verwandten, die sich an unserem Pionierprojekt " Im Westen nichts neues" beteiligen wollen, können uns anrufen, damit wir euch lizensieren, teilhaben zu können, an dem größten Ding seit... ümmer...Also, soll heißen, wenn jemand einen Kommentar schreiben möchte, oder sich einfach schon einmal prophylaktisch anmelden will, um in Zukunft eventuell, sich die Option offen zu halten, bei den jeweiligen Themen, nach eigenen ermessen und nach eigenen Vorlieben, einen kleinen Beitrag zum Gelingen der ganzen Sache beitragen zu können, der kann uns...anrufen...oder eine sms schicken... oder eine E-mail... Erst wenn ihr von uns berechtigt seid, Kommentare auf unserem Blog zu hinterlassen, dann könnt ihr dieses auch tun. Da wir am Gelingen unseres Blogs, als Kommunikationsmedium,...quasi als transatlantische-latino-us-amerikanische Brücke, sehr großes Interesse haben, wäre es schön, wenn ihr euch bei uns meldet. Erst hatten wir die Idee, unsere E-mailadresse in den Blog zu schreiben, damit sich die Interessenten melden könnten und wir dann umgehend, diese zu lizensieren. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns aber gedacht,...hmm...ochnöö... vielleicht nicht die beste Idee, wegen Spam und so.
So, ich hoffe ihr zwei Leute, die diese Seite bisher besucht haben, meldet euch bei uns, damit ihr teilhaben könnt,... an dem größten Ding seit ümmer...

Mai 11, 2006

Anja: Business as usual


Der Wecker klingelt um sieben- spätestens. Die Augen gehen sofort auf, obwohl der schlaftrunkene Geist noch gar nicht richtig einschätzen kann in welcher Lage er sich gerade befindet, spult der Körper routiniert sein Programm ab. Aus dem Radiowecker dudelt eine undefinierbare Mischung aus Rauschen und zwei verschiedenen Sendefrequenzen, die übereinander liegen und sich somit gegenseitig stören. „Hit me baby one more… Das Wetter in Brandenburg bleibt kalt…“.Der Wecker muss fast täglich justiert werden, ansonsten verschiebt sich sein Sendersucher automatisch. Doch wenn eines Tages sogar einmal der Fall eintreten sollte, dass der Wecker pünktlich anspringt und dabei nur ein ganz leises Rauschen von sich gibt, kaum hörbar, zum Wecken zu still, Anja würde es hören, als warte sie auf dieses Signal, als Startschuss in den Tag.
Der Tag beginnt mit einer Portion guter Überlegung. Die Schühchen haben eine blaue Schleife, also sollte doch der Gürtel vielleicht auch blau sein. Ein blaues Tuch um die blonden Haare passen zum weißen Kleidchen.
Wenn sie das Haus verlässt, hat sie schon einiges hinter sich. Emails gecheckt, gebügelt und gewaschen, gefrühstückt und vielleicht sogar schon ein Läufchen im Park gemacht. Nun schreitet sie voran. Mit festem, zügigem Schritt wiederholt sie vor ihrem geistigen Auge, ihren langen Tag. Um zehn werde sie spätestens wieder zu Hause sein. Bis dahin sind die folgenden elf, zwölf oder dreizehn Stunden vollkommen ausgebucht. Für Improvisationen lässt sie sich nur wenig Platz und Zeit.
Nach einer langen Fahrt und einer ausgiebigen Lektüre erreicht Anja ihr Ziel. Egal ob Uni, Fachschaft, Studentenzeitung, der Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Stipendiatentreffen, Nachhilfe, Freunde oder Sport niemand wird sie jemals unvorbereitet sehen. Dem Ereignis angemessen gekleidet, mit den nötigen Informationen oder Stimmungen ausgestattet verzaubert sie die Menschen. Diese Leute fragen sich bisweilen, wo der Haken bei ihr ist. Nachdem sich keine offensichtlichen Schwächen zu finden scheinen, wird sie dann entweder geliebt, oder in eine Schublade verstaut, auf welcher dann draufsteht „anstrengend perfekt“.
Wenn sie ihren langen Tag geschafft hat, kommt sie wieder zu Hause an, stellt ihre Tasche ausgepackt, an die für sie vorgesehene Stelle, zieht sich um, angemessen nun Trainingshose und T-Shirt, wirbelt noch ein wenig in der Wohnung, wischt vielleicht noch einmal die Edelstahlspüle ab, schreibt noch einmal ein paar Emails, organisiert sich selbst mehrere Wochen voraus. Dann klingelt noch einmal das Telefon. Ich rufe sie an und frage wie es ihr geht, höre mir ihren Tag an, gebe ihr Kraft- koste ihr Kraft, wenn ich von meinem Tag erzähle. Am Wochenende, werden wir uns wieder sehen. Anja hätte schon ganz gerne gewusst, was wir den machen werden. Am Wochenende hat sie frei. Sie arbeitet pro Tag ein wenig länger, damit sie zwei Tage lang ihre Ruhe hat. Nach dem Wochenende weiß sie nicht mehr so ganz genau, welcher Teil der Woche der Erholung dienen soll. Aber nur am Wochenende bleibt der Wecker aus. Wenn ich sie nämlich fragend anschaue, ob wir nicht morgen doch ausschlafen könnten, wird sie schwach und stimmt mir zu. Spätestens um acht wacht sie dann aber doch auf, schaut zu mir rüber, sieht das ich noch tief und fest schlafe, kuschelt sich an mich und versucht sich noch ein wenig zu überwinden, um noch ein wenig weiter zu schlafen...

April 30, 2006

Links für die Lieben

Wir haben hier ein paar nützliche Links für euch zusammen gestellt:

Matthias Uni in La Plata www.unlp.edu.ar
Offizielle Seite der Stadt www.laplata-argentina.com.ar
Anjas Uni in Bloomington www.iu.edu
Offizielle Seite der Stadt www.visitbloomington.com

April 15, 2006

Matthias


Großstadtcowboy

Das hier ist Matthias - ein echter Großstadtcowboy. Er ist seit 4 Jahren an meiner Seite, was wohl bedeutet, dass ich ihn schon ziemlich gut kenne. Geboren ist er in Berlin, aber am liebsten würde er dort leben, wo die Männer aus der Malborowerbung dem Sonnenuntergang entgegen reiten. Mit seinem Auslandsstudium erfüllt er sich einen kleinen Traum, da ein echter Gaucho in der argentinischen Pampa zu werden seinem Lebensziel schon ziemlich nah kommt. Ich hab mir sagen lassen, dass er schon als kleiner Junge, genau wie sein Großvater, am liebsten Cowboy- und Indianerfilme im Fernsehen geschaut hat.

Bisher konnte er seine Cowboy-Visionen nur begrenzt umsetzen, wenn man Jonny Cashs Musik zählen lässt. Dafür ersetzt er aber die engen Jeans und Rodeos durch männliche Alltagssitten: Nichts ist so spannend wie Sport, manchmal spuckt er auch mit Kautabak, Bier ist sowieso toll und Ordnung oder Haushalt sind nicht sein Ding. Um jetzt aber keinen falschen Eindruck zu erwecken, sollte ich anmerken, dass er das große Herz unter der ruhigen Schale nicht lange verstecken kann. So ist sein allerbester Freund klein, schwarz und pelzig und hört auf den Namen eines wohlbekannten argentinischen Nationalhelden.
Die beiden sitzen am liebsten stundenlang nebeneinander auf der Couch und schauen Comics oder Sportstudio. Außerdem hat er schon lange gelernt, dass hinter jedem großen Mann auch eine liebe Frau steht und deswegen verwöhnt er mich mit seinen fantastischen Kochkünsten-natürlich auf eine ganz männliche Art und Weise...